Mittwoch, 12. August 2015

12 von 12 im August

Heute ist 12-von-12-Tag ! Eine Aktion initiiert vom Blog Draußen nur Kännchen. An jedem 12. eines Monats veröffentlichen Menschen 12 Fotos, am besten von ihrem Tagesablauf, auf ihrem Blog. Ich habe bereits zweimal mitgemacht, im Juni und im Juli. Ein nettes Spielchen, um seinen Blog bekannter zu machen.

Hier seht ihr also meinen bisherigen Tag:

Des Morgens bin ich heute mit dem Auto in mein liebes Mannheim hineingefahren. Ja, ich gebe es zu, ich habe beim Autofahren fotografiert, aber es ging gerade gefahrlos und ich werd's sicher nicht wieder tun ;-)
Das Bild vom Wasserturm habe ich dann an der roten Ampel stehend am Friedrichsplatz gemacht. Mannheim an einem Sommertag im Morgenlicht ist einfach herrlich. Da möchte man lieber um den Wasserturm spazieren, sich aufs Gras setzen, den Wasserspielen zusehen, danach im Straßencafé sitzen ... Aber nein, auch heute gehen wir wieder brav arbeiten. Die Pflicht ruft. 
Ich fahre mit dem Aufzug in den 7. Stock und mache blitzschnell ein Selfie im Fahrstuhlspiegel, bevor jemand zusteigt.


Oben angekommen geht mein erster Gang an den Tassenschrank. Alle Tassen im Schrank ? Haha ... ich kann ja nicht aus Werbetassen trinken, deshalb steht die Meine mit Namen drauf neben den anderen und wehe die leiht sich mal einer aus... !
Der Rest des Arbeitstages ist wie immer aus Gründen gaaanz schlecht zu knipsen.  Ich habs ja probiert, aber kein interessantes Motiv gefunden. Deshalb geht es erst auf dem Nachhauseweg weiter, und zwar mit der gruseligsten Tiefgarage Mannheims. Tja, welche Tiefgarage ist schon schön ? In unserer riecht es wenigstens fast immer nach Räucherstäbchen. Drüber ist ein Asia-Laden und durch die Lüftung duftet es immer so schön in der Tiefgarage. Da kriegt man Aussicht und Duft im Kopf immer so schwer zusammen.
Die Post habe ich dann auf dem Heimweg in den Holy-Graffiti-Briefkasten in der Augustaanlage eingeworfen. Was man nicht alles knipst, wenn man 12 Bilder braucht ;-)

Zuhause angekommen fand ich das Haus wunderschön aufgeräumt vor. Mein Teenager-Ferien-Kind hat Wort gehalten. Ich hatte es um 11 Uhr extra angerufen und zum Aufräumen gezwungen. Das hat wohl funktioniert :-) Mittagessen fällt sehr einfach aus. Ein Käsebrot. Niemals hätte ich es so schön angerichtet, wenn ich es nicht hätte fotografieren müssen.

So. Zwei fehlen noch. Da gibt's nachher ein Update vom Badesee :-) 
... von wegen ... hatte natürlich kein Phone zum See mitgenommen, damit es nicht geklaut wird.
Ja, dann gibt's eben gleich noch ein Gartenbild und ein Bild meiner zwei neuen Errungenschaften vom öffentlichen Bücherregal am Badesee.
Viel Spaß noch mit den anderen 12von12s vom Kännchen-Blog !

Donnerstag, 6. August 2015

Habe ich nun eine Polyneuropathie, die durch die Chemotherapie verursacht wurde ?

(Fortsetzung des Themas nach einem Vortrag von PD Dr. Helmar Lehmann, Uniklinik Köln)

In meinem letzten Blogbeitrag zum Thema Polyneuropathie hast Du erfahren wie diese entsteht und wie sie sich äußert.

Wenn Du nun ein Patient bist, der sich sorgt, ob er durch die Chemotherapie eine Nervenschädigung erlitten hat, kannst du das mit drei einfachen Fragen feststellen:

  1. Habe ich Taubheitsgefühle in den Füßen ?
  2. Habe ich Schmerzen in den Füßen ?
  3. Bemerke ich eine zunehmende Gangunsicherheit ?
Wenn Du eine oder mehrere Fragen positiv beantwortest, dann sollte man schauen, ob Du nicht gerade dabei bist, eine PNP (Polyneuropathie) zu entwickeln.

Etwa ein Drittel aller Patienten, die eine Chemotherapie erhalten, leidet unter einer PNP, aber nicht jedes neurologische Symptom kann man auf eine Neuropathie zurückführen.
Ausgeprägte Lähmungserscheinungen zusammen mit nur geringen Sensibilitätsstörungen z.B. sind eher keine PNP. Die häufigsten Formen der PNP betreffen die Nerven, sind also sensible Polyneuropathien.
Ausgeprägte Blasen- oder Mastdarmstörungen sind kein typisches Symptom einer PNP, Sehstörungen gehören auch nicht dazu.
Auch nicht einseitige Beschwerden oder Beschwerden, die erst Monate oder Jahre nach Ende der Chemotherapie auftreten.
Hier muss der Arzt besonders wachsam sein, ob andere Faktoren eine Rolle spielen.
Bei den genannten Beschwerden muss weiter untersucht werden und eine Metastasierung der Tumorerkrankung ausgeschlossen werden.

Welche Untersuchungen kann der Arzt durchführen, wenn der Verdacht nahe liegt, dass eine PNP vorliegen könnte ?

Eine vollständige Untersuchung beim Neurologen ist aufwändig und dauert ca. 45 Minuten. 
Es gibt aber auch drei einfache klinische Tests, mit denen man nach einer PNP schauen kann.
  1. Der Stimmgabel Test : eine Stimmgabel vibriert, wenn sie angeschlagen wird. Die Stimmgabel wird dem Patienten auf den Fußknöchel gesetzt und der Patient muss sagen, ob er die Vibration spürt und wie stark (auf einer Skala von 0 bis 8). So kann abgelesen werden, wie ausgeprägt das Vibrationsempfinden des Patienten ist. Dieser Versuch wird allerdings mit einer speziellen Stimmgabel gemacht, eine normale Stimmgabel eignet sich dafür nicht.
  2. Einer der frühesten klinischen Tests, die man machen kann ist der Muskel-eigen-reflex-test. Muskeleigenreflexe werden ja gerne von den Neurologen gemessen, das ist die Sache mit dem Hämmerchen. Es gibt mindestens zehn verschiedene Muskeleigenreflexe. Der wichtigste zur Beurteilung einer möglichen PNP ist der Achilles-Sehnen-Reflex, weil die PNP eben im Bereich der Füße anfängt. Bei einer PNP ist dieser Reflex auf beiden Seiten nicht mehr vorhanden.
  3. Der Romberg-Test ist ebenfalls ein einfach durchzuführender Test. Der Patient wird gebeten die Beine eng nebeneinander zu stellen und die Arme nach vorne zu nehmen. Dabei sollen die  Augen geschlossen werden. Normalerweise bleiben wir in dieser Haltung gerade stehen. Ein Patient mit einer durch Chemotherapie verursachten Polyneuropathie fängt jedoch an zu schwanken. Dies bezeichnet man als "Romberg-Versuch-unsicher". Da die sensiblen Nervenfasern betroffen sind, bekommt der Patient keine Information mehr, wie der Körper im Raum steht. Stell Dir vor, Du kannst deine Füße nicht mehr spüren. Du entwickelst eine Unsicherheit, wenn Du die Augen schließt.
Im Alltag steuern Betroffene dies alles mit den Augen und erhalten so die fehlenden Informationen über andere Sinneseindrücke. Sie geben an, dass es tagsüber gut klappt mit dem Gehen. In der Nacht hingegen, wenn sie z.B. auf die Toilette müssen, dann ist es ihnen total schwindelig und sie sind gangunsicher, weil sie z.B. nur ein kleines Licht anschalten. Dann haben sie, wie bereits erwähnt, keine Informationen darüber, wie sie im Raum stehen.

Demnächst mehr darüber, wie eine Neuropathie den weiteren Verlauf der Chemotherapie beeinflussen kann und was man gegen eine PNP tun kann. See you ! :)


Dienstag, 14. Juli 2015

Mal unter 4 Augen ...

Ich schreibe hier im Blog nun immer über die Themen, mit denen ich mich aktuell beschäftige, die mich interessieren und an denen ich meine Umwelt teilhaben lassen will, die ich der Welt erklären möchte - muss aber ehrlich zugeben, dass ich noch nicht so ganz weiß, für wen ich denn schreiben will.
Für Krebspatienten ? Für Medizinstudenten ? Für Krankenschwestern ? Für Menschen, die nach einer bestimmten Antwort auf ein aktuelles Problem im Netz suchen ?
Wer ist meine Zielgruppe ?
Ich spicke bei anderen Bloggern, lese Ratschläge von erfolgreichen Web-Rangern, die Frage treibt mich täglich um.
Solange ich noch keine Antwort darauf gefunden habe, mache ich einfach weiter wie bisher und wünsche mir nichts mehr als ein erstes Mitglied meiner Seite oder etwa Kommentare auf meine Blogbeiträge. Es ist ja nicht so, dass mein Blog nicht aufgerufen wird...
Wer mir also einen Wunsch erfüllen möchte ... ihr wisst, was ihr zu tun habt ;-)
Ich wünsche mir, dass mein Blog wächst und sich formt, und eine Eigendynamik entwickelt, ganz nach euren Wünschen.

Sonntag, 12. Juli 2015

12 von 12 im Juli

Damit ihr mich ein bisschen besser kennenlernt, beteilige ich mich am Blog-Projekt 12von12. Das hätte ich heute, nach einem ereignisreichen Wochenende mit Besuch einer lieben Freundin beinahe vergessen. Doch heute ist der 12. Juli, und ich möchte euch mit 12 Bildern meinen Tag zeigen.
Wie gesagt, Namensvetterin Petra war zu Besuch und der Tag war bis 15 Uhr geprägt von Freundschaften. Das ist natürlich ein zum Veröffentlichen gänzlich ungeeignetes Thema, weil es unbeteiligte Menschen betrifft.
So begann ich erst um 15 Uhr aus der Bahn heraus zu fotografieren. Mein geliebtes Heidelberg ! Angefangen mit Bahnhof und Print Media Akademie, die Kurfürstenanlage, meine ehemalige Arbeitsstelle am Römerkreis, dann den Bismarckplatz, von der Theodor-Heuss-Brücke aus das Schloss. Zuhause angelangt machte ich mir auf der Terrasse ein schönes Arbeitsplätzchen zurecht. Auch Kater Leo ging pflichtbewusst seiner Arbeit nach, dem lauten Einfordern von Abendfutter.
Zum Abendessen versorgte mein Teenager uns mit selbstgeholter Pizza und der Abend endete mit einem schönen Regenschauer und einem leckeren Tee aus meinen wunderschönen neuen Teegläsern.



Ameisenkribbeln - Durch Chemotherapie verursachte Polyneuropathien (PNP)

(nach einem Vortrag von PD Dr. Helmar Lehmann, Uniklinik Köln)

Etwa 30% aller Krebspatienten, die eine Chemotherapie erhalten, entwickeln eine sog. Chemotherapie-induzierte Polyneuropathie (PNP), also eine Nervenschädigung als Nebenwirkung der Chemotherapie.

Diese Art der Nervenschädigung ist für viele Therapien der Dosis-limitierende Faktor, der einer optimalen Behandlung von Krebstherapien entgegensteht. Das heißt, dass die Chemotherapie aufgrund dieser Nebenwirkung nicht in der vollen Dosis und den vorgesehen Zeitintervallen verabreicht werden kann.

Die Polyneuropathie beeinträchtigt die Lebensqualität von Krebspatienten weiterhin, auch wenn die zugrunde liegende Krebserkrankung geheilt ist. Sie führt zu sensiblen (die Nerven betreffenden) und motorischen (die Muskulatur und Bewegung betreffenden) Einschränkungen.

Wie schädigen Chemotherapien die Nervenfasern ? 
Verschiedene Chemotherapien können die Nervenzellen angreifen.
Taxane, z.B. das Paclitaxel, greifen Strukturen innerhalb der Nervenfortsätze an, andere Substanzen, wie z.B. das Vincristin, greifen bestimmte Zellorganellen in den Nervenzellen an. Wieder andere Substanzen können die „Kabelisolierung“ der Nervenzellen angreifen, z.B. das Bortezomib.

Die meisten Substanzen haben sogar verschiedene Angriffspunkte an der Nervenzelle. Bortezomib z.B. greift sowohl die Mikrotubuli (ein Teil des Zellskeletts) an, die Zellorganellen und auch die „Kabelisolierung“. Das macht es so schwierig, Substanzen zu entwickeln, um eine Polyneuropathie zu verhindern. Es spielen viele verschiedene Mechanismen eine Rolle.

Nicht jede Substanz ruft eine PNP hervor, aber es gibt ganz typische Konstellationen.

Cisplatin, z.B. ist eine alte Substanz, die dosisabhängig eine PNP hervorruft. Bei mehr als 500 mg pro qm Körperoberfläche entwickelt sich in mehr als 90% der Fälle eine PNP. Beim Cisplatin gibt es eine Besonderheit, das sog. Coasting-Phänomen: Während sich die PNP-Symptome normalerweise nach Pausieren der Chemotherapie über einen Zeitraum von Wochen und Monaten bessern, kann es beim Cisplatin passieren, dass die PNP nach Unterbrechung der Therapie weiter zunimmt. 
Beim Bortezomib, das vor allem bei Patienten mit Multiplem Myelom eingesetzt wird, findet sich in ca. 30% der Fällen eine schmerzhafte PNP, weniger häufig nach s.c.-Gabe (Bauchspritze und nicht über die Vene oder den Port).
Vincristin ist auch eine alte Substanz und löst sehr häufig eine PNP aus.
Beim Taxan Paclitaxel, gibt es unterschiedliche Formulierungen (siehe meine letzten Blogbeiträge). Sowohl Paclitaxel als auch nab-Paclitaxel (Abraxane) können eine PNP auslösen. Beim nab-Paclitaxel ist diese aber schneller reversibel, d.h. sie bessert sich schneller nach der Chemotherapie. Das hat wahrscheinlich etwas damit zu tun, dass die Trägersubstanz beim Paclitaxel, das Cremophor, selbst ebenfalls eine PNP auslösen kann.

Wie äußert sich eine Polyneuropathie ?

Ein häufiges Symptom ist Taubheitsgefühl  (Ameisenlaufen) und dieses hat ein ganz typisches Verteilungsmuster, nämlich vor allem im Bereich der Hände und Füße.
Das zweithäufigste Symptom sind Schmerzen. Patienten berichten, dass Berührungen, die normalerweise als nicht unangenehm empfunden werden, auf einmal extrem schmerzhaft sind. Z.B. die Bettdecke kann nicht mehr ertragen werden. Patienten können nur noch in einer bestimmten Position schlafen. Der Fachbegriff dafür ist Allodynie.
Weitere Symptome der PNP sind Lähmungen der Fußmuskulatur oder eine Änderung der Schweißsekretion. 
Bei chronischen Polyneuropathien kann es zu Fußdeformitäten kommen, im Verlauf kann eine Gangunsicherheit auftreten. Die Patienten sollen gezielt auf diese Symptome angesprochen werden. Auffallend ist z.B., wenn sie zum Gehen plötzlich einen Stock benötigen.

Die meisten Chemotherapie-induzierten PNPs sind sensible PNPs, keine motorischen PNPs. Motorische PNPs können sich erst im Verlauf entwickeln.
Wenn ein Patient Symptome entwickelt, sind es in den allermeisten Fällen sensible Beschwerden.

Warum beginnt eine PNP immer im Bereich der Füße und greift dann auf die Hände über ?

Dies kann man sehr gut durch die Anatomie erklären. Die peripheren Nerven im Bereich der Hände und Füße sterben als erstes ab. 
Warum ist das so ? Beim Menschen liegt der 10 µm lange Zellkern der peripheren Nervenzelle im Bereich des Rückenmarks. Der Nervenfortsatz hingegen kann bis zu einem Meter (!) lang werden.
Es gibt also einen extrem langen Nervenfortsatz, der viel Angriffsfläche bietet und deshalb als erstes abstirbt. Im Bereich des Rückenmarks werden alle Nährstoffe produziert, alle Wachstumsfaktoren und diese müssen über den ganzen langen Weg transportiert werden. So wird klar, wieso Beschwerden immer im Bereich der Füße zuerst auftreten. 




Quellen:
  • del Pino, 2010
  • Kannarkat et al.

Freitag, 19. Juni 2015

nab-Paclitaxel oder Abraxane® : das neueste Mitglied der Taxan - Familie

Wie versprochen, berichte ich euch heute weiter über das nab-Paclitaxel (Handelsname Abraxane®).
Abraxane ist an das Eiweiß Albumin gebunden und kann somit ganz natürliche (sog. physiologische) Transportwege im Körper und somit auch zum Tumor, nutzen. Das konventionelle Paclitaxel und das Docetaxel sind beide an Ethanol, also Alkohol gebunden. Das kann bei emfindlichen Patienten schon mal einen kleinen Alkoholrausch auslösen und ist somit auch problematisch z.B. bei trockenen Alkoholikern. Beide Substanzen sind aber noch an weitere Trägersubstanzen gebunden. Docetaxel ist außerdem an Tweed 80 gebunden und das konventionelle Paclitaxel an Castoröl (sog. Cremophor),  was zu Überempfindlichkeitsreaktionen wie allergischen Reaktionen führen kann. Um diese Reaktionen zu vermeiden wird vor dieser Chemotherapie immer eine sog. Prämedikation gegeben, d.h. bestimmte Medikamente wie Antiallergika und Cortison. Abraxane braucht eine solche Prämedikation nicht. Auch kann es mit einer Infusionsdauer von nur 30 min. schneller verabreicht werden, als seine älteren Verwandten Paclitaxel (3 Stunden) und Docetaxel (1 Stunde).
Dadurch, dass das nab-Paclitaxel sich verstärkt im Tumor anreichert, wird ihm eine erhöhte Antitumoraktivität zugesprochen, zumal Tumore auch einen hohen Umsatz an Albumin haben. Ein einziges Albumin-Molekül kann mehr als 6 Paclitaxelmoleküle binden und transportieren, was zu einer 33% höheren Anreicherung von Abraxane am Tumor führt wie bei der gleichen Dosierung mit Paclitaxel.
Nab-Paclitaxel ist dabei auch weniger giftig, was Experimente mit Mäusen gezeigt haben.

Bei welchen Tumoren wird Abraxane® eingesetzt ?

Es darf bei drei verschiedenen Krebsarten zum Einsatz kommen:

Abraxane® allein kann beim Brustkrebs eingesetzt werden, der Metastasen gebildet hat, und bei dem die erste Behandlungsoption (die sog. Erstlinientherapie) fehlgeschlagen ist und auch eine anthracyclinhaltige Therapie nicht in Frage kommt.

Bei Patienten mit einem Adenokarzinom der Bauchspeicheldrüse, das Metastasen gebildet hat, darf es in Kombination mit Gemcitabin eingesetzt werden.

Bei einer Form des Bronchialkarzinoms, nämlich dem Nicht-kleinzelligen, darf es in Kombination mit Carboplatin als Erstlinienbehandlung eingesetzt werden,aber auch nur, wenn eine potentiell kurative (heilende) Operation und/oder Strahlentherapie nicht möglich ist.
Wir sprechen hier selbstverständllich nur von erwachsenen Patienten.

Alles ziemlich kompliziert. So kompliziert ist die Arzneimittelzulassung. Das ist zu unser aller Sicherheit. Aber es gibt auch Ausnahmen. Und so kann Abraxane® in begründeten Fällen auch außerhalb seiner Zulassung eingesetzt werden, z.B. wenn die anderen beiden Taxane nicht vertragen werden.

Mit welchen Nebenwirkungen ist bei Abraxane® zu rechnen ?

Die häufigste von den stärkeren Nebenwirkungen ist die sog. Neuropathie (Nervenfunktionsstörung), auf die ich bei meinem nächsten Blogbeitrag eingehen möchte. Außerdem kann es zu Müdigkeit, Muskelschmerzen und Erbrechen kommen.
Die Neuropathie soll durch Behandlungsunterbrechungen besser kontrollierbar sein als beim konventionelle Paclitaxel und sich auch schneller wieder verbessern, gleichwohl kommt sie auch häufiger vor, was aber auch evtl. der höheren Dosierung und der damit verbundenen höheren Wirksamkeit geschuldet ist. Durch die höhere Dosierung steigt teilweise die Nebenwirkungsrate.
Ein besonderes Augenmerk muss auf die frühzeitige Erkennung der Polyneuropathie gerichtet werden. Durch dieses frühzeitige Erkennen kann evtl. eine lange Behandlung mit Abraxane möglich werden.

Wie bereits erwähnt: demnächst geht's weiter mit dem Thema "Neuropathien", einer die Nerven betreffenden Nebenwirkung mancher Chemotherapeutika.
Bleibt dran :-)



Quellen:
Desai N., Ttrieu V, Yao Z et al. Increased antitumor activity, antitumor paclitaxel concentrations, and endothelial cell transport of cremophor-free, albumin-bound paclitaxel, ABI-007, compared with cremophor based paclitaxel. Clin Cancer Res 2006; 12: 1317-1324
Paal et al. High affinity binding of paclitaxel to human serum albumin. Eur J Biochem 2001, 286(7): 2187-91
Davidson N. The role of nab-paclitaxel in managing metastatic breast cancer: a report of three cases. EJC Supplements 8, no.1 (2010) 11-18
GradisharWJ, Tjulandin S, Davidson N et al. Phase III trial of nanoparticle albumin-bound paclitaxel compared with polyethylated castor oil-based paclitaxel in women with breast cancer. J Clin Oncol. 2005; 23; 7794-7803

Samstag, 13. Juni 2015

mein erstes 12 von 12

Mein erstes 12 von 12 ! Inspiriert vom Blog Draussen nur Kännchen.
Mein Tag gestern am 12. Juni begann natürlich mit arbeiten, klar. Ich dankte meiner wundervollen Kollegin mit Blümchen dafür, dass ich immer beruhigt in Urlaub fahren kann und den "Laden" immer in besten Händen weiß. Danach business as usual und wieder nach Hause durch das schöne city-heiße Mannheim :-)
At home dann Schulwerke bewundert, Essen gezaubert, Nachbarschaftshund gesittet, während das Teenie-Kind über den Französischvokabeln eingeschlafen war und mit einer wunderschönen Blaupause auf der Wange wiedererwachte. Nach dem Chorsingen am Abend noch bis zuletzt das zur Zeit so schön lange Tageslicht ausgenutzt und den von einer lieben Freundin geschenkten Rucola-Setzling endlich eingepflanzt, Junikäfer bewundert, den Kirschbaum gecheckt. Ein herrlich normaler Tag, der mal wieder mit dem Vorsatz endete, viel öfter meinen Blog zu füttern.